Geschichte der Sorte Nyasaland

Die Varietät Nyasaland stammt, wie alle Arabica-Kaffees, von einer der Arabica Urgruppen aus Südwest-Äthiopien ab. Die Sorte fand ihren Weg 1730 über Jamaica nach Nyasaland (Heute Malawi) 1778. Aufgrund der Hitze und Trockenheit wurde der Anbau in Malawi eingestellt und die Briten brachten die Sorte 1910 nach Uganda. Hier integrierte sie sich perfekt in die Agroforstwirtschaft an den Hängen des Mount Elgon. 

Während der Diktatur von Idi Amin (1971-1979) brach die Wirtschaft in Uganda zusammen. Aktivitäten wie der kommerzielle Anbau von Kaffee wurden aufgegeben und es wurde Platz für andere Feldfrüchte geschaffen. Heute ist Uganda der zweitgrößte Kaffeeproduzent Afrikas und der Kaffeeanbau beschäftigt über 3,5 Millionen Ugander*innen. Es dominieren ertragreiche Hybridsorten wie die SLs (Scott Laboratories) und Ruiru 11. Der Anbau von alten Sorten wurde eingestellt.

Die Bauern des Miale-Tubana-Kollektivs haben den organisierten Anbau der historischen Sorte Nyasaland wieder aufgenommen. Dank ihnen kann die Varietät erhalten werden. Wenn die Kaffeepflanzen zwischen Januar und März blühen, verströmen sie einen herrlichen, Jasmin-artigen Duft.

Varietät & Genetik

Die Sorte Nyasaland ist genetisch in die Gruppe der Bourbon-Typica einzuordnen und hat damit den gleichen genetischen Stamm wie Criollo, Indio, Arábigo, Plume Hidalgo, Blue Mountain und Sumatra-Kaffee.

Die zwischen 1,5 und 2 Metern großen Kaffeepflanzen sind perfekt an das Klima am Mount Elgon angepasst und im Vergleich zu kommerziellen Sorten besonders widerstandsfähig gegen Krankheiten. Sie kommen ohne chemische Pflanzenschutzmittel und künstlichen Dünger aus.